Der Einfluss von Social Media auf das Schönheitsideal

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Dass soziale Medien unser Schönheitsbild beeinflussen, ist offensichtlich. Es ist sogar schmerzhaft offensichtlich. Nicht nur, dass die sozialen Medien uns ein unrealistisches Bild von der Realität vermitteln, so ist es auch ganz einfach zu kritisieren, wie jemand aussieht. Deshalb ist es wichtig zu erkennen, was Schönheit wirklich ist und wie wir im Jahr 2021 am besten mit dem Schönheitsideal umgehen.

Beauty is in the eye of the beholder

„Beauty is in the eye of the beholder“. Diese wunderbare Aussage kann nicht übersetzt werden, ohne ihre Schönheit zu verlieren. Und das ist auch angemessen, denn bei dieser Aussage geht es immerhin um die Schönheit. Kurzum: Schönheit ist subjektiv. Schönheit wird durch persönliche Meinungen beeinflusst. Ein einfaches Beispiel: Lieblingsfarben. Eine Person hasst Orange, während es die Lieblingsfarbe einer anderen ist. Warum? Sag Du es mir! Es hat mit dem Geschmack zu tun, den Vorlieben und den Assoziationen, die jemand damit verbindet. Nun, denken wir an Menschen und ihre Schönheit als Farben. Es gibt keine Farbe, die für jeden perfekt ist. Es gibt Millionen von Farben, jede ist auf ihre Weise perfekt für manche Menschen.

„Der Einfachheit halber sollten wir uns die Menschen und ihre Schönheit wie Farben vorstellen: Es gibt keine Farbe, die für jeden perfekt ist.“

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Filter und Insta-Babes

Lass uns einmal gemeinsam 20 Jahre zurückversetzen. Die Bilder, die damals gemacht wurden, waren Momentaufnahmen. Du hast mit Deiner besten Freundin einen Tag am Strand verbracht oder Deine Mutter stand mit einem Lächeln hinter der Kamera, um die schönsten Momente Deines Geburtstags festzuhalten. Hast Du Dir damals Gedanken darüber gemacht, wie Du aussiehst? Nein, natürlich hast Du das nicht. Es gab keine Fotobearbeitungs-Apps und keine Filter? Damals waren die nur für Kaffee. Diese Fotos waren Momentaufnahmen, jetzt schaffen wir Momente, die wir festhalten.

„Filter? Damals waren die nur für Kaffee.“

Mit dem Aufkommen der sozialen Medien hat sich das Fotografieren für viele Menschen völlig verändert. Ein Foto muss nicht nur schön sein, nein, es muss attraktiv sein. Du musst perfekt darauf aussehen, sonst wirst du nicht viele Likes bekommen. Und bewusst oder unbewusst tun wir eine Menge für Likes. Wenn man durch Instagram scrollt und einen Influencer nach dem anderen in perfekt gestylten Outfits sieht, mit Haaren wie vom Friseur, an Locations, die in einem Magazin stehen könnten, ist es nicht weiter verwunderlich, dass man denkt, das sei die Norm. Normal ist nicht mehr gut genug, wenn man den sozialen Medien glauben soll.

selfie

Selfish- äh… Selfie

Selfies? Ein Bild von Deinem Kopf. Nur Deinem Kopf. Keine großartige Geschichte, keine inspirierende Botschaft, keine atemberaubende Landschaft. Nein, wirklich, es ist nur ein Bild von Deinem Kopf. Und wahrscheinlich mit einem Filter – und wenn nicht, dann hast Du es sowieso zwanzig Mal im richtigen Licht, aus dem perfekten Winkel nachgestellt, weil sonst Deine Haut unregelmäßig aussieht, Deine Kieferlinie zu schlaff oder Deine Stirn zu hoch. Dein Haar zu platt, Deine Brüste zu klein, Deine Falten zu sichtbar. Was machen wir da eigentlich? Es ist ganz natürlich, dass man so gut wie möglich aussehen möchte. Das war früher auch so. Schau Dir nur einmal Bridgerton oder andere Serien an, die vor Jahrhunderten spielen. Wenn man auf die Straße oder zu einer Soiree ging, zog man als Frau sein schönstes Kleid an. Du würdest dir die Haare machen lassen und um den gepflegten Look zu vervollständigen, würdest du Make-up tragen. Aber heutzutage geht das zu weit. Wir trauen uns kaum, ungeschminkt einkaufen zu gehen, weil wir denken, dass wir nicht gepflegt genug aussehen. Schlimmer noch: Viele Frauen fühlen sich ohne Make-up nicht wie sie selbst! Das ist natürlich Unsinn.

„Sonst sieht die Stirn zu hoch und die Haut zu uneben aus. Dein Haar zu platt, Deine Brüste zu klein, Deine Falten zu sichtbar. Was machen wir da eigentlich?“

Body Positivity = Body Shaming

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Aber es ist nicht alles schlecht. Dank der sozialen Medien gibt es jetzt auch die Body-Positivity-Bewegung! Die ganze Body-Positivity-Bewegung hat dafür gesorgt, dass es nicht mehr nur Models mit Größe 34 in Kampagnen gibt. Schlanke, füllige, helle und dunkle Menschen, aber auch ganz besondere Merkmale wie viele Sommersprossen, Zahnlücken, Albinismus oder Vitiligo sind heutzutage in allen möglichen Schönheitskampagnen zu sehen.

Und immer mehr Frauen zeigen ihren echten Körper. Das heißt, auch Fettröllchen, Grübchen im Gesäß, Narben, Akne, Hyperpigmentierung… all die Aspekte eines echten Frauenkörpers, die wir lange versteckt haben. Es ist toll zu sehen, dass die Scham langsam aber sicher verschwindet und die Frauen ihr wahres Ich zeigen. Vor allem mit Blick auf die jüngere Generation, da diese wieder ein realistisches Bild davon bekommt, wie Frauen aussehen sollten. Doch mit dieser schönen Entwicklung kam auch eine neue, unschöne: Body Shaming.

„Es ist toll zu sehen, dass die Scham langsam aber sicher verschwindet und Frauen ihr wahres Ich zeigen.“

Frauen, die mit Stolz ihren echten Körper zeigen, werden von Internet-Trollen niedergemacht und zerstört. In den Kommentaren von Instagram und Facebook fliegen einem Beleidigungen um die Ohren, die zu schrecklich sind, um sie zu wiederholen. Wie ich schon sagte: beauty is in the eye of the beholder und manche Menschen sehen Schönheit nur in Fake und Photoshop. „Omg, Du kannst doch nicht so ein Foto posten! Schaut euch all diese Grübchen an!“, reagieren junge Mädchen auf echte Fotos. Tja Mädchen, warte bis Du 25 plus bist😉 Dann reden wir nochmal. Man kann diesen (jungen) Menschen auch nicht wirklich einen Vorwurf machen, denn ihr Schönheitsideal ist durch all die gefälschten Bilder im Internet einfach ein wenig ruiniert. Aber ich habe früher von meiner Mutter gelernt: Wenn Du nichts Nettes zu sagen hast, dann sag lieber gar nichts.

„Ich habe früher von meiner Mutter gelernt: Wenn Du nichts Nettes zu sagen hast, dann sag lieber gar nichts.“

echte vrouwen

Ungewollt verletzend

Es gibt nur eine Sache, bei der wir vorsichtig sein müssen. Es ist unglaublich gut, dass fülligere Frauen, oder wie viele sagen „normale Körper“, nun auch die Aufmerksamkeit und Wertschätzung bekommen, die sie verdienen. Aber was viele Leute nicht erkennen, ist, dass sie schlanke Frauen verletzen mit Bemerkungen wie „endlich mal eine richtige Frau“, „als ob Frauen im wirklichen Leben so dünn wären“, „na ja, wenn ich ein Mann wäre, bräuchte ich nicht so ein Skelett in meinem Bett, gib mir lieber eine Frau mit Kurven“. Was man damit sagt, ist: Schlanke Frauen sind nicht feminin und keine echten Frauen. Man meint es wahrscheinlich nicht so, aber man sagt es doch.

„Jeder Körper ist normal – oder besser noch, kein Körper ist normal.“

Die Leute vergessen, dass man sich nicht aussucht, in welchen Körper man geboren wird. Deshalb mag ich den Begriff „normale Körper“ nicht. Ich denke, es ist ein schlechter Begriff, weil er sagt, dass alles, was anders ist, nicht normal ist. Jeder Körper ist normal oder noch besser: Kein Körper ist normal. Wir sind alle f*cking besonders und einzigartig!

Fazit

Mach Dir bewusst, dass das, was Du im Internet siehst, oft nicht der Realität entspricht. Sei stolz auf Dich und Dein einzigartiges Aussehen. Niemand ist, wer Du bist, und Du bist alles, was Du sein solltest. Und siehst Du mal weniger schöne Bilder? Bevor Du kritisierst, denke darüber nach, wie Du bei schlechtem Licht und in einer nicht so schmeichelhaften Pose aussiehst. Authentizität ist Schönheit. Fake Beauty ist unecht und nicht schön. Und denke daran: Wenn Du nichts Nettes zu sagen hast, dann halte Deinen Mund!

„Niemand ist, wer Du bist, und Du bist alles, was Du sein solltest.“

Ist Deine Vorstellung von Schönheit durch soziale Medien beeinflusst worden?

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